CATI
22 January 2026

Wie sich CATI weiterentwickelt: Ein Experteninterview zur Zukunft der telefonischen Forschung

Es war noch nie so schwierig, die richtigen Personen für hochwertige Einblicke zu erreichen. In der Marktforschung sind Telefoninterviews seit langem ein Eckpfeiler, gerade weil sie Kontrolle, Zuverlässigkeit und Verantwortlichkeit bieten. Genau diese beständigen Werte haben die Entwicklung des computergestützten Telefoninterviews (CATI) vorangetrieben, da sich die Methodik an eine Welt anpasst, in der sich die Befragten, die Vorschriften und die Kommunikation selbst grundlegend verändert haben. 

Während einige Anbieter Schwierigkeiten haben, sich anzupassen, haben wir bei FFIND diesen Wandel als Chance genutzt, um Telefoninterviews für die heutige Situation zu optimieren. 

Um zu verstehen, wie sich die Methodik verändert, haben wir uns mit den FFIND-Projektmanagerinnen Laura Fradella und Gilda Pumo zusammengesetzt. Ihre praktischen Erfahrungen bieten einen klaren Einblick, wie sich Telefoninterviews im Jahr 2026 verändern und wohin die Reise geht.

woman in an office with headphones and mic conducting a market research interview

Was sind die wichtigsten Veränderungen, die Kunden heute bei der telefonischen Marktforschung bemerken?

Laura: Was wir als Erstes sehen, ist eine Veränderung des Kontexts, und die Kunden bestätigen dies ganz klar. Bestimmte Ziele sind schwieriger zu erreichen, die Reaktionsdynamik hat sich verändert und die Datenschutzanforderungen sind strukturierter als zuvor. Darüber hinaus verlangen Kunden jedoch zunehmend etwas anderes: Visibilität. Sie möchten verstehen, was während der Feldarbeit geschieht, und nicht erst, wenn die Daten geliefert werden, denn von der Forschung wird heute erwartet, dass sie echte Entscheidungen unterstützt und nicht nur Berichte erstellt.

 

Laura Fradella, Senior Project Manager FFIND

Gilda: Aus meiner Sicht ist die größte Veränderung, wie überfüllt das Kommunikationsumfeld geworden ist. Die Teilnahme ist nicht mehr automatisch, sie muss durch Glaubwürdigkeit, Respekt und Klarheit verdient werden. Die Menschen erhalten ständig Anrufe aus ganz unterschiedlichen Gründen, und die Befragten ignorieren diese nicht aus Misstrauen, sondern weil sie überfordert sind. Deshalb ist der menschliche Ansatz heute so wichtig: Wenn die Interaktionen klar und transparent sind, funktionieren Telefoninterviews nicht nur, sondern können sogar digitale Alternativen übertreffen.

Gilda Pumo, Senior Project Manager FFIND

Warum ist es nicht mehr möglich, wie bisher weiterzuarbeiten?

Laura: Die Sache ist die: Telefoninterviews sind eine bewährte Methode. Seit Jahrzehnten bilden sie das Rückgrat qualitativer Forschung. Aber bewährt heißt nicht statisch. Wenn Sie Projekte genauso durchführen wie 2015, werden Sie Schwierigkeiten haben. Die Verfügbarkeit der Zielgruppe ist weniger vorhersehbar. Die Kommunikationsgewohnheiten haben sich geändert. Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich weiterentwickelt. Die Methodik selbst ist solide, aber die Umsetzung muss Schritt halten.

Gilda: Ich erkläre das oft mit einer Sportmetapher. Denken Sie an einen professionellen Marathonläufer: Er würde am Tag des Rennens nicht mit dem gleichen Trainingsplan antreten wie vor zehn Jahren. Die Strecken ändern sich, die Wetterbedingungen verschieben sich, der Wettbewerb wird härter. Die Athleten passen ihre Vorbereitung, ihr Tempo und ihre Strategie entsprechend an. Telefoninterviews funktionieren auf die gleiche Weise. 

Bei FFIND führte dieses Bewusstsein zu einer klaren Entscheidung: Veränderungen vorherzusehen, anstatt darum zu kämpfen, mit ihnen Schritt zu halten. 

Wie hat FFIND seine CATI-Methodik angepasst?

Laura: Wir haben die Kontaktstrategie völlig überdacht.  Heutzutage kommt es beim Erreichen der richtigen Leute auf den richtigen Zeitpunkt und die Relevanz an. Die Zielverfügbarkeit ist weitaus fragmentierter als früher, daher arbeiten wir mit flexiblen Kontaktstrategien: Anpassung, wenn wir anrufen, Neugewichtung der Stichproben im Verlauf des Projekts und ein wachsames Auge darauf, wie sich die Dinge in Echtzeit entwickeln. 

Das bedeutet, dass wir nicht bis zum Ende eines Projekts warten, um festzustellen, dass etwas nicht funktioniert. Wenn ein Ziel anders reagiert oder eine Quote langsamer wird, greifen wir sofort ein und passen uns an. Für unsere Kunden bedeutet dies reibungslosere Projekte, weniger Überraschungen und Daten, die mit den ursprünglichen strategischen Zielen übereinstimmen.

Gilda: Gleichzeitig haben wir stark in Menschen investiert. Unsere heutigen Interviewer führen nicht nur ein Skript aus. Sie sind geschult und wissen, wann sie langsamer werden müssen, wann sie Klarheit schaffen müssen und wie sie Ton und Tempo anpassen können, je nachdem, mit wem sie sprechen.  

Dieser Fokus auf die menschliche Seite von Telefoninterviews ist zu einem zentralen Unterscheidungsmerkmal in der heutigen Marktforschungslandschaft geworden. Wenn die Aufmerksamkeit knapp ist, ist der Unterschied zwischen einem ausgebildeten Interviewer und einem Drehbuchleser enorm.

Wie haben sich Vorschriften und Datenschutzbestimmungen auf Telefoninterviews ausgewirkt?

Laura: Vorschriften wie die DSGVO haben den Rahmen, in dem wir arbeiten, definitiv verändert, aber sie haben auch für mehr Klarheit gesorgt. Kunden achten stärker darauf, wie Daten gesammelt werden, und die Befragten erwarten Transparenz. Dies hat uns bei FFIND dazu veranlasst, unsere Verfahren noch klarer zu gestalten, von der Art und Weise, wie wir mit der Einwilligung umgehen, bis hin zur Art und Weise, wie wir den Zweck der Forschung erklären. Eine der Stärken der Telefonforschung ist die Fähigkeit, Dinge in Echtzeit zu erklären. Diese Klarheit trägt dazu bei, Vertrauen aufzubauen, und Vertrauen ist heute für qualitativ hochwertige Forschung von entscheidender Bedeutung.

woman with headphones and mic smiling

Wie prägen Kundenerwartungen Ihren Ansatz und was unterscheidet FFIND?

Da die Datengenerierung immer einfacher wird, geht es nicht mehr darum, wie viele Daten man hat, sondern darum, wie vielen davon man vertrauen kann. 

Gilda: Was wir heute sehen, ist, dass Kunden näher am Forschungsprozess sein möchten. Transparenz, Kontrolle und Sichtbarkeit bei der Feldarbeit sind heute genauso wichtig wie Geschwindigkeit, insbesondere wenn die Forschung strategische Entscheidungen unterstützen muss. 

Gleichzeitig wird den Klienten zunehmend bewusst, dass keine einzelne Methodik jede Forschungsfrage beantworten kann. Telefoninterviews bleiben eine solide und zuverlässige Grundlage, insbesondere wenn Datenqualität, Repräsentativität und Kontrolle von entscheidender Bedeutung sind. Je nach Ziel und Zielsetzung wird es jedoch häufig durch CAWI (Computer Assisted Web Interviews) oder gemischte Methoden ergänzt, insbesondere um Stichproben auszugleichen, bestimmte Zielgruppen zu erreichen oder verschiedene Datenquellen auf kohärente Weise zu integrieren. 

Hier macht FFIND einen echten Unterschied. Wir gestalten Forschungsprojekte als flexible Systeme, bei denen Telefoninterviews, Online-Interviews und gemischte Methoden zusammenarbeiten, ohne an methodischer Konsistenz zu verlieren.

Diese Integration wird besonders wichtig bei jüngeren Zielgruppen. In manchen Fällen kann es sogar bei Telefoninterviews in Kombination mit Online-Interviews schwierig sein, jüngere Befragte umfassend einzubeziehen. Dabei geht es weniger um die Bereitschaft zur Teilnahme als vielmehr darum, wie bestimmte Ziele mit Forschungsformaten interagieren: Jüngere Zielgruppen reagieren tendenziell besser auf Erfahrungen, die visuell, kontextbezogen und näher an realen Situationen sind. 

Für diese spezifischen Szenarien kommt Rexee als ergänzendes Werkzeug ins Spiel. Durch die Nutzung virtueller Realität für Aktivitäten wie Produkttests und Regaltests können die Befragten mit realistischen, simulierten Kontexten interagieren. Wenn dieser Ansatz in ein strukturiertes Forschungsdesign integriert und durch quantitative Maßnahmen unterstützt wird, verleiht er dem angegebenen Feedback Verhaltenstiefe, insbesondere wenn der Kontext die Wahl beeinflusst.

Warum Telefoninterviews immer noch sichere Entscheidungen unterstützen

Telefoninterviews spielen bei FFIND nach wie vor eine zentrale Rolle, nicht aus Gewohnheit, sondern weil sie vieles besser leisten als viele Alternativen. 

  • Sie sind inklusiv und erreichen Bevölkerungsgruppen, die oft von der reinen digitalen Forschung ausgeschlossen sind. 
  • Sie sind zuverlässig, dank der direkten menschlichen Interaktion, die vollständige und durchdachte Antworten fördert. 
  • Und sie sind kontrollierbar und bieten ein Maß an Kontrolle und Datenqualität, das allein durch automatisierte Techniken nur schwer vollständig ersetzt werden kann. 

Durch die Harmonisierung dieser Stärken mit adaptiven Prozessen, qualifizierten Spezialisten und ergänzenden Tools wie Rexee bleibt CATI mehr denn je ein Eckpfeiler einer sicheren Entscheidungsfindung

Wenn Ihre Entscheidungen von Datenqualität und Recherche abhängen, lohnt sich vielleicht ein Gespräch. Kontaktieren Sie uns. 


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